Sie soll ein Zeichen setzen für Weltoffenheit und Toleranz: In der letzten Septemberwoche dreht sich in Meiningen wieder alles um die Kulturen dieser Welt und ihr friedvolles Zusammenleben.
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"Bibliothek goes Afrika" hieß es im vergangenen Jahr bei der ersten "Langen Nacht der Kulturen" in Meiningen. Foto: privat Bild: | |
Toleranz beginnt am Gartenzaun. Dort, wo der Apfelbaum des Nachbarn seine Blätter frech über die Grundstücksgrenze wirft. Toleranz beginnt im Kindergarten, wo ein Mädchen sein Spielzeug bereitwillig einem anderen überlässt. Toleranz beginnt beim Sport, wenn Fair Play an die Stelle von unbedingtem Siegeswillen rückt. Wie ein roter Faden zieht sich Toleranz durch die Gesellschaft, ist überall dort zu finden, wo Menschen friedlich und respektvoll miteinander umzugehen wissen.
Doch wie ist es um die Toleranz in einer Kleinstadt wie Meiningen bestellt? Diese Frage richtet die zweite Weltkulturwoche vom 23. September bis zum 3. Oktober an die Theaterstadt und jeden einzelnen ihrer Bürger. Bei der Suche nach Antworten hilft eine bunte Palette von Veranstaltungen - vom Kirchenkonzert des Liedermachers Gerhard Schöne, über den Workshop "Kreatives Kopftuch" an der Kunst- und Kreativschule Meiningen bis zu einem Sportfest auf dem Markt.
Der frühe Herbsttermin ist nicht zufällig gewählt. Vielmehr bündelt die Weltkulturwoche die unterschiedlichen Angebote, die Vereine und Institutionen seit vielen Jahren Ende September im Kontext der "Interkulturellen Woche"anbieten. Und ergänzt sie um weitere Aktionen, Vorträge, Konzerte und auch eine Ausstellung über "Weltethos", mit der der elftägige Veranstaltungsreigen eröffnet wird. Wo die Schau jedoch zu sehen sein wird ist noch ungewiss. Überhaupt ist die Programmgestaltung bisher recht offen gehalten. Beinahe alle Anregungen und Ideen zum toleranten Miteinander lassen sich unter dem weitgefassten Motto "Weltethos" aufgreifen, neue Mitstreiter mit Projekten und Angeboten aller Colour sind willkommen und gesucht.
Pralles Angebot
Als Konkurrenz zu den zahlreichen Kulturterminen im September - der bundesweite Tag des offenen Denkmals, die Meininger Kleinkunsttage und das thüringenweite Festival alter Musik - versteht man sich unterdessen nicht. Vielmehr "als Ergänzung", wie Johannes Rösch, Geschäftsführer des Meininger Kunsthauses Nekst, betont. Im vergangenen Jahr, bei der Erstauflage unter dem Motto "Meiningen gemeinsam, weltoffen und demokratisch", hätten der Weltkulturwoche immerhin rund 5000 Zuschauer und Gäste beigewohnt. Auch wenn einzelne der etwa 50 Termine, darunter die Eröffnung, buchstäblich ins Wasser gefallen seien.
Wie schon 2010 wird es auch im kommenden Herbst wieder eine "Lange Nacht der Kulturen" geben, bei denen verschiedene Einrichtungen der Stadt zur vorgerückten Abendstunde ihre Pforten für Kulturhungrige öffnen. Zudem werden im Rahmen der Weltkulturwoche in Meiningen Stolpesteine von Gunter Demnig verlegt und der Meininger Ehrenbürger Paul Oestreicher wird anlässlich seines 80. Geburtstages in der Reihe "Sternstunde" am Meininger Theater zu Gast sein.
Ebenfalls geplant sind eine Aufführung von Dürrenmatts "Die Physiker" durch eine Laienspielgruppe, ein Auftritt der Modern Style Dancers aus Meiningen, Projekte zu tolerantem Bauen und Toleranz zwischen den Generationen, ein "Globales Klassenzimmer" am Meininger Henfling-Gymnasium, ein Konzert der Kirchenchöre und, und, und.
Am Ende der Woche sollen sich dann all die bunten Puzzleteile zu einem Zeichen für die Stadt und jeden einzelnen ihrer Bürger zusammensetzen. Einem Zeichen für Toleranz, das anregt, und zwar weit über die Zeitfrist einer verlängerten Woche im Frühherbst hinaus.