Ressort Kultur lokal
Erschienen am 09.03.2010 17:19
Verein
Ein Pragmatiker mit Mission
Christian Zepf ist seit Februar neuer Vorsitzender des NEKST-Kunstvereins
Meiningen. Mit der Kunst fühlt sich Christian Zepf verbunden. Kultur und Bildung sind sein berufliches Arbeitsgebiet. Ansonsten will
der gebürtige Schwabe, der seit eineinhalb Jahren in Meiningen lebt, aktiv sein und andere aktivieren. Die Mitglieder des NEKST-Kunstvereins wählten ihn im Februar zu ihrem neuen Vorsitzenden.
Der langjährige Vorsitzende Waldemar Franz Rösch wollte sein Amt abgeben, arbeitet aber weiter im Vorstand mit. „Ich sehe meine Arbeit vor allem als Chance, um mit den anderen Kultureinrichtungen der Stadt zusammenzuarbeiten“, sagt der neue NEKST-Vorsitzende. Noch zu viel laufe im kulturellen Bereich auseinander, auch gegeneinander, das sei nicht mehr zeitgemäß, meint Christian Zepf und betont: „Ich stehe für den Dialog.“
In Kultur einbringen
Mit dem Bürgermeister Reinhard Kupietz hat er schon gesprochen. Demnächst soll es ein Gespräch mit Landrat Ralf Luther geben. „Wir wollen uns als Kunsthaus in eine zukunftsfähige Kulturstadt einbringen“, sagt Zepf. Das sind zunächst erstmal große Worte. Derzeit arbeitet der neue NEKST-Vorsitzende am Ausstellungs- und Veranstaltungsplan für 2011.
Der Plan fürs laufende Jahr steht – 21 Ausstellungen soll es geben, dazu Lesungen, Jazzmusik, Theater und Filmabende. Geplant sind unter anderem Personalausstellungen von Rainer Thomas und Maria Bubenik sowie eine Gruppenausstellung der Nürnberger Künstler und eine Schau zum Jubiläum „Fünf Jahre Kunsthaus in der Alten Posthalterei“. Die meisten Veranstaltungen sind noch nicht fest terminiert, vieles wird sporadisch in den Kalender aufgenommen. Neu hinzugekommen ist eine Lesung der kürzlich zurückgetretenen Bischöfin Margot Käsman, kündigt Zepf an.
Zwei Stellen geschaffen
„Unsere Arbeit muss professioneller und strukturierter werden“, so das Ziel des neuen NEKST-Vorsitzenden. Dabei weiß er, dass die Arbeit auch künftig vor allem ehrenamtlich geleistet werden muss. Neu geschaffen werden sollen aber zwei Stellen für Jugendliche auf Basis eines Freiwilligen kulturellen Jahres. „Sie werden sich unter anderem um die Jugendgalerie kümmern und alle kreativen Kräfte bündeln“, umreißt Christian Zepf die Aufgaben.
Nachdem die Alte Posthalterei und das Areal drumherum – Domizil des Kunsthauses – Anfang dieses Jahres vom Insolvenzverwalter an die Stadt übergeben wurde, ist der Verein handlungsfähig. „Als erstes wollen wir die bautechnischen Arbeiten und Brandschutz-Auflagen in Angriff nehmen, damit wir wieder Konzerte und Veranstaltungen durchführen können, die aus Sicherheits- und Lärmschutzgründen eingestellt werden mussten“, erklärt Zepf. Die Arbeiten wollen die NEKST-Mitglieder in Eigenleistung übernehmen. Das Problem der fehlenden Heizung in den Ausstellungsräumen des historischen Gebäudes will der Kunstverein vorerst hintenan stellen. „Wir wissen, dass die Kommunen überall blank sind, uns ist klar, dass die Stadt Meiningen für das Gebäude kaum Geld geben kann.“
Pragmatiker und Idealist
Chistian Zepf ist eher ein Pragmatiker und Idealist. Für alle Probleme findet sich eine Lösung, ist er überzeugt. Durch seine positiven Erfahrungen fühlt er sich bestätigt. „Ich habe mit 16 eine Ausbildung zum Schalterbediensteten bei der Post gemacht und dann auf dem Flughafen ein paar Jahre Briefe sortiert, bis ich mir gesagt habe, das kann‘s nicht gewesen sein“. Das Abitur hat er nachgeholt und dann sein Diplom für Sozialarbeit bei den Salesianern Don Boscos im katholischen Kloster Benediktbeuern gemacht. Im Rahmen seines Studiums hat er auf der Insel Rügen am Nationalpark-Umweltprojekt für das Museum auf dem Königstuhl mitgearbeitet. Danach hängte er ein weiteres Pädagogikstudium mit Kunstgeschichte als Nebenfach an der katholischen Universität im bayerischen Eichstätt an.
Als freier Mitarbeiter fand er schließlich beim Getränkehersteller Bionade in Mecklenburg-Vorpommern eine Stelle. Die Firma aus dem kleinen Ostheim, die sich in den vergangenen Jahren einen Riesenmarkt eroberte, holte ihn 2008 in den Mutterbetrieb. Dort ist der Diplompädagoge seither für die Bildung und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie Angebote im Biosphärenreservat Rhön verantwortlich. „Der Schutz von Natur und Umwelt gehören zum Firmenkonzept“, wirbt Zepf, der danach auch persönlich lebt.
Gutes weitergeben
Er hat kein Auto und fährt täglich mit dem Fahrrad 23 Kilometer hin und 23 Kilometer her von Meiningen nach Ostheim und zurück. Der lange Winter mit dem vielen Schnee macht es ihm derzeit schwer. Manchmal musste er auf Bahn und Bus umsteigen. Aber er ist optimistisch, nicht nur in Bezug aufs Fahrradfahren und körperliche Fitsein. „Ich hab‘ viel Gutes in meinen Leben erfahren, das will ich weitergeben, auch als Vorsitzender des NEKST-Kunstvereins.“ Das klingt fast schon missionarisch … Carola Scherzer
![]() | | |
| ||
Der langjährige Vorsitzende Waldemar Franz Rösch wollte sein Amt abgeben, arbeitet aber weiter im Vorstand mit. „Ich sehe meine Arbeit vor allem als Chance, um mit den anderen Kultureinrichtungen der Stadt zusammenzuarbeiten“, sagt der neue NEKST-Vorsitzende. Noch zu viel laufe im kulturellen Bereich auseinander, auch gegeneinander, das sei nicht mehr zeitgemäß, meint Christian Zepf und betont: „Ich stehe für den Dialog.“
In Kultur einbringen
Mit dem Bürgermeister Reinhard Kupietz hat er schon gesprochen. Demnächst soll es ein Gespräch mit Landrat Ralf Luther geben. „Wir wollen uns als Kunsthaus in eine zukunftsfähige Kulturstadt einbringen“, sagt Zepf. Das sind zunächst erstmal große Worte. Derzeit arbeitet der neue NEKST-Vorsitzende am Ausstellungs- und Veranstaltungsplan für 2011.
Der Plan fürs laufende Jahr steht – 21 Ausstellungen soll es geben, dazu Lesungen, Jazzmusik, Theater und Filmabende. Geplant sind unter anderem Personalausstellungen von Rainer Thomas und Maria Bubenik sowie eine Gruppenausstellung der Nürnberger Künstler und eine Schau zum Jubiläum „Fünf Jahre Kunsthaus in der Alten Posthalterei“. Die meisten Veranstaltungen sind noch nicht fest terminiert, vieles wird sporadisch in den Kalender aufgenommen. Neu hinzugekommen ist eine Lesung der kürzlich zurückgetretenen Bischöfin Margot Käsman, kündigt Zepf an.
Zwei Stellen geschaffen
„Unsere Arbeit muss professioneller und strukturierter werden“, so das Ziel des neuen NEKST-Vorsitzenden. Dabei weiß er, dass die Arbeit auch künftig vor allem ehrenamtlich geleistet werden muss. Neu geschaffen werden sollen aber zwei Stellen für Jugendliche auf Basis eines Freiwilligen kulturellen Jahres. „Sie werden sich unter anderem um die Jugendgalerie kümmern und alle kreativen Kräfte bündeln“, umreißt Christian Zepf die Aufgaben.
Nachdem die Alte Posthalterei und das Areal drumherum – Domizil des Kunsthauses – Anfang dieses Jahres vom Insolvenzverwalter an die Stadt übergeben wurde, ist der Verein handlungsfähig. „Als erstes wollen wir die bautechnischen Arbeiten und Brandschutz-Auflagen in Angriff nehmen, damit wir wieder Konzerte und Veranstaltungen durchführen können, die aus Sicherheits- und Lärmschutzgründen eingestellt werden mussten“, erklärt Zepf. Die Arbeiten wollen die NEKST-Mitglieder in Eigenleistung übernehmen. Das Problem der fehlenden Heizung in den Ausstellungsräumen des historischen Gebäudes will der Kunstverein vorerst hintenan stellen. „Wir wissen, dass die Kommunen überall blank sind, uns ist klar, dass die Stadt Meiningen für das Gebäude kaum Geld geben kann.“
Pragmatiker und Idealist
Chistian Zepf ist eher ein Pragmatiker und Idealist. Für alle Probleme findet sich eine Lösung, ist er überzeugt. Durch seine positiven Erfahrungen fühlt er sich bestätigt. „Ich habe mit 16 eine Ausbildung zum Schalterbediensteten bei der Post gemacht und dann auf dem Flughafen ein paar Jahre Briefe sortiert, bis ich mir gesagt habe, das kann‘s nicht gewesen sein“. Das Abitur hat er nachgeholt und dann sein Diplom für Sozialarbeit bei den Salesianern Don Boscos im katholischen Kloster Benediktbeuern gemacht. Im Rahmen seines Studiums hat er auf der Insel Rügen am Nationalpark-Umweltprojekt für das Museum auf dem Königstuhl mitgearbeitet. Danach hängte er ein weiteres Pädagogikstudium mit Kunstgeschichte als Nebenfach an der katholischen Universität im bayerischen Eichstätt an.
Als freier Mitarbeiter fand er schließlich beim Getränkehersteller Bionade in Mecklenburg-Vorpommern eine Stelle. Die Firma aus dem kleinen Ostheim, die sich in den vergangenen Jahren einen Riesenmarkt eroberte, holte ihn 2008 in den Mutterbetrieb. Dort ist der Diplompädagoge seither für die Bildung und Weiterbildung der Mitarbeiter sowie Angebote im Biosphärenreservat Rhön verantwortlich. „Der Schutz von Natur und Umwelt gehören zum Firmenkonzept“, wirbt Zepf, der danach auch persönlich lebt.
Gutes weitergeben
Er hat kein Auto und fährt täglich mit dem Fahrrad 23 Kilometer hin und 23 Kilometer her von Meiningen nach Ostheim und zurück. Der lange Winter mit dem vielen Schnee macht es ihm derzeit schwer. Manchmal musste er auf Bahn und Bus umsteigen. Aber er ist optimistisch, nicht nur in Bezug aufs Fahrradfahren und körperliche Fitsein. „Ich hab‘ viel Gutes in meinen Leben erfahren, das will ich weitergeben, auch als Vorsitzender des NEKST-Kunstvereins.“ Das klingt fast schon missionarisch … Carola Scherzer



0 Kommentare:
Kommentar veröffentlichen