Mittwoch, 23. Juni 2010

Tausende Besucher zum Kulturschock10 im Kunsthaus Meiningen

FW  Meininger Tageblatt

Stadtfest
Konzerte und Kunst zur Knolle
Von A. Keiner
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Drei Bands heizten beim Meininger Hütesfest zum Kulturschock im Kunsthaus tüchtig die Stimmung an. Foto: A. Keiner
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Zum Meininger Hütes-Fest feierte auch das Kunsthaus die sagenhafte Kartoffelknolle mit Konzerten, einer Hofausstellung, offenen Ateliers und einem extrem scharfen Chilli con Carne an der Kunsthausbar. Insgesamt über 1000 Besucher lockte der Kunstverein zum Stadtfest in den Hof des Kunsthauses. "Wie bereits die Vorgänger-Schocks war auch das diesjährige Schock-Wochenende zum Stadtfest ein voller Erfolg", bilanzierte der Vorsitzende des Kunstvereins, Christian Zepf.

Den Auftakt gab am Freitagabend die AC/DC-Tribute-Formation aus Fürth AM/FM auf der Open-Air-Bühne. Die drei Musiker versetzten die rund 100 elektrisierten Rocker der Kulturstadt in äußerste Verzückung. Begann der Samstagmittag mit Aktionskunst für Kinder unter Anleitung von Andreas Stäblein noch beschaulich im Hof, schockte am Abend dann die Meininger Hip-Hop-Band FcS (First Class Supreme) die jungen Stadtfestbesucher. FcS-Frontmann Henry Nahrstedt heizte die Stimmung derart auf, dass sich die jungen Frauen sogar die Kleider vom Leib rissen. Die Temperaturen stiegen allerdings weiter mit dem Genre SKA-Punk und der Hauptstadt-Combo MINNI the MOOCHER. Leider spielten die fünf Jungs ohne Pausen durch den Abend, der daher viel zu schnell zu Ende ging.

An der Hofausstellung am Kulturschock-Wochenende beteiligte sich unter anderem die Meininger Designerin Claudia Katrin Leyh. Sie präsentierte Plastiken und Acrylmalerei. Besucht werden konnte nicht nur die aktuelle Ausstellung mit Zeichnungen und Malereien von Rainer Thomas. Auch die zehn Ateliers von Meininger Künstlern im Kunsthaus standen für neugierige Besucher zum Schauen und zu Gesprächen offen. Wer sich nach den zwei langen Konzertabenden auch am Sonntag noch fit fühlte, wurde nach dem Festumzug noch am Nachmittag mit einem Konzert der Bad Neustädter Band Solus belohnt.

Mittwoch, 16. Juni 2010

Kulturschock 10 - 1. Meininger Kloßspaltung von Ludwig Bechstein entdeckt





1. Meininger Kloßspaltung von Ludwig Bechstein entdeckt


zum diesjährigen Meininger Kloßstadtfest feiert auch das Kunsthaus den Schock des Jahres 1830 mit einem Kulturschock-Wochenende. Denn erstmals konnte die erste der spektakulären Kloßspaltungen im Jahre 1830 von Ludwig Bechstein (1801 – 1860) beobachtet und notiert werden. Der Dichter konnte sich aber keinen Reim auf das Naturschauspiel am Abend des 18. Juni 1830, in der Nähe der damals nicht entdeckten Götzhöhle, machen und schlenderte direkt zur alten Posthalterei - in die Ernestinerstraße 14 - zur OPEN AIR - ROCKNACHT mit der Elektro-Band „AM-FM“. Diese bezaubernde AC/DC Tribute Band Formation aus Fürth inspirierte den Forscher und Sammler ab 20:00 Uhr derart transzendental, das dieser in Schockstarre fiel und bis zum Morgengrauen mit engelsgleicher Computerstimme aus Grimms Märchen vorlas.

Leicht geschwächt vom elektrisierenden Konzertabend begab sich der Entdecker der ersten Meininger Kloßspaltung, am Samstagmittag zur Aktionskunst für Kinder, von 14-18 Uhr. Denn das Genie konnte der Versuchung nicht widerstehen die Eindrücke des Vorabends (1. Meininger Kloßspaltung) mit großformatiger Malerei unter Anleitung von A.T.A. Stäblein zu verarbeiten. Nach einer etwa zweistündigen Naherholungspause am Bleichgraben, kehrte der begnadete Märchenjunkie an den Ort der ungezügelten Erfahrungswelt zurück. Noch immer unter Schock stehend (1. Meininger Kloßspaltung) sah er sich die Hofausstellung (11-18 Uhr Motto: „Jeder darf ausstellen) an. Er hatte sein süffisantes Nachmittagswerk, mit dem Titel „Die drei kugelrunden Müller“, ebenfalls in den Hof gestellt. Zudem streifte Bechstein, im Hause selbst, durch die Ausstellung „NEXT TO (far away)“ mit Zeichnungen und Malereien von Rainer Thomas. Am Samstagabend setzte daraufhin die Band „First Class Supreme” (FCS) mit HIP - HOP – Jazz aus Meiningen sowie die Hauptstadtcombo “MINNI the MOOCHER“ – mit SKA Punk des Dichters Kunstdelirium ein Ende. „Ein Tänzchen in Ehren...“ soll er bis Mitternacht in den Himmel posaunt haben, erzählt man noch heute.

Es war einmal . . . ein Kloß zum Mittag”, mit diesen Worten im Mund und der beinahe vergessen ersten Meininger Kloßspaltung im Kopf, setzte der Märchendichter auch am Sonntag die bleischweren Füße in Gang Richtung Kunsthaus. Von 13-18 Uhr schleuderte der NEKSTJazzclub und das berüchtigte – Impro Special – Offtheater dem Kulturschock-Wochenende die schwarzrote Märchenkrone auf den Kopf. Der Dichter aber machte sich keine Gedanken und erzählte die Geschichte der Kloßspaltung dem noch jungen Rudolf Baumbach (1840-1905). Dieser fasste die Ereignisse im so genannten Hüteslied zusammen.

P.S. Bechstein erfand an diesem denkwürdigen Wochenende im Juni 1830, wahrscheinlich während einer belanglosen Plauderei in einem offenen Atelier im Kunsthaus, auch die eiskugelsichere Weste, gegen aus dem Boden schießende Atompilze. Im Märchen „Die drei kugelrunden Müller“ heißt es nämlich:

Es war einmal ein Müller, der war schon an sich sehr stark und dick, wollte aber auch feste sein gegen Hieb und Stich, gegen Bolz und Pfeil, darum steckte er sich in eine wunderliche Kleidung. Er ließ sich zuvorderst ein Wams machen, das fütterte er mit Kalk und Sand, und ließ, um das zu verbinden, geschmolzenes Pech hineinfließen, hinten machte er ein Futter von mehreren Körben und vorn beblechte er es mit alten Reibeisen und Hafendeckeln, da wurde das Wams schwerer als der schwerste Brust und Rückenharnisch, den jemals ein streithafter Ritter trug.

Weitere Infos unter http://www.kunsthaus-meiningen.de