Montag, 20. Dezember 2010

NEKST Weichnachtsspiel 2010: „Hütes in Schokosoße“


Am Vorabend des heiligen Abend, am Donnerstag 23. Dezember 2010, wird im Kunsthaus Meiningen ab 19.00 Uhr das Stück mit dem Titel „Hütes in Schokosoße“ zu erleben sein. Die Meininger Eleonore Ulbrich, Sascha Mey, Henry Nahrstedt, Stefan Groß und Alexander Keiner zeigen eine tragikkomische Geschichte, die sich in der Galerie des Kunsthauses inmitten der Ausstellung "THEATERMALER" von Roland Artus und Bernd Schiller abspielt, in der sich die Akteure aufhalten aber kaum begegnen. Fünf Menschen, fünf Geschichten, an fünf Orten die sich in verschiedenen Zuständen und Etagen befinden oder verharren. Ohne genaues Ziel vor Augen, steuern sie in ihrer allerheiligsten Gedankenwelt gefangen, durch die Weihnachtszeit, auf der Suche nach Sinn und Unsinn, nach Wahrheit und Erkenntnis, nach Geborgenheit und Liebe. Fünf Menschen als Gefangene ihres Lebens. Einzig der „Hütes in Schokosoße“ verbindet die vom Schicksal gebeutelten. Die Köstlichkeit wird, während der Aufführung, irgendwo vor Ort erhältlich sein. Hütes in Schokosoße heißt, fünfmal das volle Programm am Vorband zum heiligen Abend, ab 19.00 Uhr im Kunsthaus Meiningen. Die Idee, für das ebenso traditionelle wie alternative Weihnachtsspiel in diesem Jahr, hatten Henry Nahrstedt und Alexander Keiner. Am Ende des Stückes werden Weihnachtslieder intoniert und Weihnachtsklöße am Donnerstag gegessen.

Mittwoch, 15. Dezember 2010

NEKST e.V. mit kommunalen Initiativpreis 2010 ausgezeichnet.



Kommunales Kulturprojekt fördert Kulturaustausch

Am 25. Mai 2003 haben sich die Kunstfreunde von NEKST zusammengefunden, um den Kunst-Salon N-E-K-S-T (Neuer Europäischer Kunstsalon Thüringen) als Verein e. V. zu installieren. Die Gründer hatten bereits Erfahrungen und große Erfolge mit Kunstausstellungen in Meiningen gesammelt.

Ziele des Vereins sind neben der Planung und Durchführung kultureller und künstlerischer Aktionen auch die Schaffung von Begegnungen mit in- und ausländischen Künstlern. Gleichzeitig betriebt der Verein das größte Kunsthauses Thüringens in Meiningen als ständige Ausstellungsstätte. Bis zum 27. 02. 2011 ist dort die Ausstellung "THEATERMALER" zu sehen.

Jens Petermann, Mitglied des Deutschen Bundestages, ließ es sich nicht nehmen, die Laudatio für den Verein zu halten. Auch, wie er sagte, weil es dem Verein im besonderen Maße gelingt, ortsansässige Künstler mit ihrer Arbeit einer größeren Öffentlichkeit vorzustellen. Auch musikalische Veranstaltungen und Lesungen sowie Projekte, die zur Bereicherung der kulturellen Landschaft in Meiningen und Umgebung führen, werden vom Verein NEKST e. V. initiiert und unterstützt. Noch ein Grund mehr, die Vereinsmitglieder für ihr Engagement mit der Ehrenurkunde des KOPOFOR auszuzeichnen.


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Kommunaler Initiativpreis 2010

Laudatio

Meine Sehr geehrten Damen und Herren,

„In jedem Künstler liegt ein Kern von Verwegenheit, ohne den kein Talent denkbar ist…“, so schrieb es Johann Wolfgang von Goethe im 19. Jahrhundert in seinen „Maximen und Reflexionen“ .

Eine ähnliche Verwegenheit muss diejenigen getrieben haben, die sich vor fast zehn Jahren zusammengeschlossen und einen Kunst-Förderverein gegründet haben, der heute unter dem Namen NEKST e. V. weit über die Thüringer Landesgrenzen hinaus bekannt ist.

Heiner Müller prägte in den 90 er Jahren des letzten Jahrhunderts den Spruch:

„Wir stecken bis zum Hals im Kapitalismus“. Daran hat sich bekanntermassen nichts geändert, mit erheblichen Auswirkungen auf Kunst und Kultur.

Zu Beginn des 21.Jahrhunderts wird der Kunst ein deutlich anderer Stellenwert zugeschrieben als noch zu Goethes Zeiten. Die Welt der Kunst wird mehr denn je zu einem Markt für Kunst. Dabei hat die Rezeption der Kunst immer öfter einen höheren Stellenwert als die Kunst selbst.

Seit 2003 ist der „Neue Europäische Kunstsalon Thüringen“ ein eingetragener Verein, der es sich zur Aufgabe gemacht hat, Kunst nicht nur zu präsentieren, sondern Kunst zu machen. Das Kunsthaus in Meiningen ist Galerie, Theater und Werkstatt zugleich. Das macht diese Künstlerstätte einzigartig in Südthüringen und für die Menschen so reizvoll, vor allem gerade für junge Menschen. Es gibt einen Ort, an dem man nicht nur schauen kann, sondern zum MITMACHEN geradezu aufgefordert wird.

Es war und ist ein langer steiniger Weg, den Marina von Ketteler, Timea Zimmer, Andreas Stäblein, Erhard Driesel, Stephan Winkler und Dr. Rufus Beck 2001 eingeschlagen haben, der geprägt war von einem gemeinsamen Interesse und er Liebe zur Kunst. Inzwischen haben sich viele zu ihnen gesellt, und dafür gesorgt, dass NEKST mit dem Kunsthaus in der Alten Posthalterei endlich einen festen Standort gefunden hat. Wir dürfen erleben, wie immer neue Ideen entstehen und dadurch die kulturelle Szene in Meiningen befruchtet und bereichert wird. Ich möchte an dieser Stelle dem langjährigen Vorsitzenden Waldemar Franz Rösch herzlich danken und dem neuen Vorsitzenden Christian Zepf viel Kraft für eine kunsterfüllte Zukunft wünschen.

Meiningen bot mit seinem Theater, den Museen und der städtischen Galerie ja bereits ein vielfältiges Kulturprogramm. Es ist das Verdienst der NEKST-Leute, das Angebot der „hohen“ und auch hoch subventionierten Kunst um eine weitere Facette bereichert zu haben. Das Kunsthaus ist – wenn man so will – ein Gegenentwurf und Ergänzung zugleich. Die Menschen in Meiningen, im positiven Sinne an Kunst gewöhnt, waren und sind offen gegenüber dem Neuen.

Marie von Ebner-Eschenbach schrieb 1880 in ihren Aphorismen: „Wenn der Kunst kein Tempel mehr offen steht, dann flüchtet sie in die Werkstatt.“ Auf die Kulturstadt Meiningen trifft diese Beschreibung glücklicherweise nicht zu:

Dort hat die Kunst sowohl ihren Tempel als auch ihre Werkstatt ! Von einer Flucht in diesem Sinne kann man gewiß nicht sprechen, wenn man auf den beharrlichen Weg des „Neuen Europäischen Kunstsalons Thüringen“ zurückblickt.

Die Alte Posthalterei ist nunmehr der dritte Standort des „Kunsthauses Meiningen“. 2011 feiert der Verein seinen 10. Geburtstag. Bereits zum fünfjährigen Bestehen 2006 konnte der Verein auf über 70 Ausstellungen mit weit über 100 Ausstellern zurückblicken, obwohl der jetzige Standort erst am Thüringentag 2005 eröffnet wurde. Dies zeigt, welches Mass an Flexibilität den Macherinnen und Machern abverlangt wird.

Erfreulicherweise hat die Stadt das Areal rund um die Alte Posthalterei inzwischen gekauft. Der Stadtrat hat sich mehrheitlich für den dortigen Verbleib des Kunsthauses ausgesprochen, indes die Sanierung des Gebäudes erweist sich als äußerst kostspielig und ist nur schwer zu schultern. Auch deshalb ist es zu begrüßen, dass im Haushalt der Stadt Meiningen für das Jahr 2011 Gelder für sog. „Ordnungsmaßnahmen an der Alten Posthalterei/NEKST“ in Höhe von 80.000 Euro unter Beteiligung des Landes Thüringen eingestellt sind.

Das ist ein klares Bekenntnis der Kommunalpolitik zum Verein und in Zeiten knapper Kassen beileibe keine Selbstverständlichkeit. Die Kassen der Kommunen sind aufgrund einer verfehlten Bundespolitik derzeit besonders leer – zu gern wird dann zuerst an dem gespart, was im Amtsdeutsch als „freiwillige Aufgaben“ bezeichnet wird. Dabei sollten Kunst und Kultur eine Selbstverständlichkeit sein, die den Einwohnerinnen und Einwohnern von den Gemeinden zur Verfügung gestellt wird. Kunst und Kultur sind Grundbedürfnis und bedeuten eben auch Teilhabe. Sie müssen zur Grundversorgung eines jeden Menschen gehören.

Gerade deshalb ist es bemerkenswert, das der Meininger Stadtrat, diese Mittel bereitstellt. Es zeigt, dass es die Politiker in Meiningen zu schätzen wissen, was die Stadt an ihrem Kunsthaus hat. Es zeigt: Das Kunsthaus ist gewollt.

Und die Politik tut gut daran. Denn in Meiningen feiern das Theater und das Kunsthaus Erfolge, die über die Landesgrenzen hinaus, ja sogar in Europa, wahrgenommen werden. Deshalb wünsche ich mir, dass die vielen Macherinnen und Macher von NEKST diesen Weg weitergehen, weiter trommeln für eine offene lebendige Kunstszene, die in Südthüringen Ihresgleichen sucht und für Meiningen ein echtes Alleinstellungsmerkmal ist. Das Zusammenspiel von „hoher“ und „alternativer“ Kunst macht eine wirkliche Kultur-Stadt aus – eine Stadt, die mit einer kulturvollen Atmosphäre, die maßgeblich von NEKST mitgeprägt wird, zum Bleiben einlädt.

Wir wollen dieses herausragende Engagement nun mit der Übergabe des Kommunalen Initiativpreises 2010 würdigen.


Dienstag, 7. Dezember 2010

Ausstellung THEATERMALER im Kunsthaus Meiningen

FW Meininger Tageblatt

Mehr als Theatermaler
Von Carola Scherzer
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Bernd Schiller (l.) mit Geburtstagspaket und Roland Artus zur Vernissage.
Bild:

Meiningen - Endlich gab's im Meininger Kunsthaus mal wieder richtig Leben. Die Meininger waren da, sehr zahlreich sogar. Jan Schamberger stimmte rockmusikalisch ein. Es gab Pizza, Wein und Bier. Beste Vernissagestimmung also. Zur Freude der beiden Künstler Bernd Schiller und Roland Artus. Beide sind seit vielen Jahren als Kulissenmaler im Meininger Theater tätig, letztgenannter als Leiter des Malsaals. Den Vorgaben der Bühnenbildner haben sie zu folgen. Da bleibt immer ein Rest künstlerischer Kreativität, den sie in ihrer Freizeit ausleben. Viele andere, die im Meininger Malsaal begannen, haben irgendwann den Sprung in die freischaffende Tätigkeit gewagt, Eva Skupin und Udo Eisenacher beispielsweise. Von dem Meininger Maler und Grafiker, der Mitglied im NEKST-Verein ist, stammt übrigens die Idee zur Ausstellung. Bernd Schiller, der zur Vernissage am Samstag auch noch Geburtstag feierte, bedankte sich bei seinem ehemaligen Kollegen für die Ausstellung, auch dafür, dass sie dazu anregte, noch einige Bilder mehr zu malen, um die vielen Räume zu füllen.

Auf zwei Etagen der ehemaligen Alten Posthalterei präsentieren Roland Artus und Bernd Schiller ihre Bilder. Laudator Dietrich Ziebart, Grafiker und ebenfalls ehemaliger Theaterkollege der beiden, führte in die Ausstellung ein. Der Meininger Bernd Schiller war zunächst Jagdwaffenmechaniker und der Wasunger Roland Artus Werkzeugmacher. In Malzirkeln, unter anderem bei Erich Schmidt und Manfred Hausmann, fanden beide den Weg zur Kunst und zum Theater. In ihren Bildern bringen sie ihre Gedanken- und Lebenswelt zum Ausdruck. Biblische Themen, Reiseeindrücke, Landschaften und gesellschaftliche Ereignisse spiegeln sich in den Werken wider. Ein wichtiger Aspekt ist die politische Gegensicht - ob zu den Wende-Ereignissen oder zum aktuellen Tagesgeschehen. Dazu bedienen sie sich unterschiedlicher handwerklicher Techniken. Von Acryl, über Zeichnung, Holzschnitt bis zur Hinterglasmalerei reicht das Spektrum.

Die Ausstellung ist bis 27. Februar 2011 Do-So von 15-18 Uhr im Kunsthaus Meiningen zu sehen.

Weitere Infos, Fotos und Videos zum größten Kunsthaus Thüringens unter http://www.kunsthaus-meiningen.de